Archiv für den Monat: September 2015

30.09.2015, teilverblocktes Seminar: Personenbezogene Dienstleistungen im Postfordismus

Seminar von Tove Soiland: “We are nursing as fast as we can.“

Im Bereich der Care-Arbeit, dem täglichen Versorgen von Menschen, ist nicht nur ein Niedriglohnsektor mit deregulierten und prekarisierten Arbeitsverhältnissen entstanden. Dort, wo dieser Bereich öffentlich organisiert ist, gerät er heute zusätzlich und im Zuge der Finanzkrise noch verschärft unter den Spardruck der öffentlichen Hand. Wir fragen im Seminar einerseits nach den neuen Formen von Entfremdung, die entstehen, wenn im Namen von Effizienzsteigerung und Kostensenkung eine Taylorisierung in Kinderkrippen und Krankenhäusern Betreuerinnen und Pflegerinnen dazu zwingt, ihre Arbeit, die immer mit Menschen zu tun hat und in denen es folglich vorrangig um Beziehungen geht, nach Kriterien streng betriebsökonomischer Logiken zu reorganisieren, die einem ganz anderen Kontext, nämlich dem der Produktion von Gütern entstammen. Anderseits möchten wir verstehen, welches die ökonomischen Gründe dafür sind, dass die von der Frauenbewegung geforderte Berufstätigkeit von Frauen diese nicht in einen fordistischen, sondern in einen nunmehr völlig veränderten Arbeitsmarkt integriert: Anders als der fordistische Arbeiter, der die Autos, die er produzierte, auch selber erwerben konnte, kann die heutige Care-Arbeiterin die Dienste, die sie erbringt, mit ihrem eigenen Lohn kaum mehr für sich selber und ihre Angehörigen kaufen. Im Zentrum steht dabei die These von Silvia Federici, dass wir es gegenwärtig mit einer fundamentalen Strukturanpassung im Bereich der sozialen und individuellen Reproduktion in den Zentren des westlichen Kapitalismus zu tun haben.

Details zum Seminar HIER (PDF)

 

Ab 13.11.2015, Blockseminar: Das Wohnhaus in Südostasien

Dozentin: Dr. Mai Lin Tjoa-Bonatz

Die vielfältigen Hausformen im Dorf und in den Städten Südostasiens bieten ein weites Feld für genderbezogene Raumanalysen. Kosmologische Vorstellungen, Produktions- und Reproduktionszyklen liegen der Hausnutzung zugrunde, worin sich wiederum die Lebens-anschauung, die Gesellschaftsordnung und mit ihr die Rolle der Geschlechter manifestiert. Es wird deutlich, dass das Haus das Heim der Familie, zugleich die Wohn- und Produktionsstätte der vormodernen Familiengemeinschaft darstellt. Diese Lebenszusammenhänge lenken den Blick auf den Frauenalltag. Das Seminar beschäftigt sich mit zwei Leitfragen: Auf welchen Ebenen – z.B. Arbeitsteilung, symbolische Systeme, Familienstrukturen – wird Geschlecht konstruiert? Wie drückt sich die Trennung der Geschlechter in Bezug auf das Wohnen und das Wohnumfeld aus? Die Bauweise und die Grundrisse von Wohnhäusern in Indonesien, Malaysia und Singapur werden vorgestellt.
Infos zum Seminar HIER (PDF)

 

25./26.09.2015 InklusionsCamp in Hamburg

….eine (Un)Konferenz zu inklusivem Lernen und inklusivem Leben.
Die Veranstaltung wird gut 100 Menschen zusammenbringen, die sich mit Inklusion beschäftigen und voneinander und miteinander lernen wollen. Die ideale Form dafür ist das BarCamp, also eine (Un-)Konferenz, bei der jede_r eigene Themen einbringen kann und der Erfahrungsaustausch im Vordergrund steht.
Anmeldungen bis zum 14.09. möglich. Infos hier: http://inklusionscamp.de/