Archiv für den Monat: Februar 2017

AfD-Politiker und aktueller Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft hält Wissenschaft für „Gender-Wahn“

… aber auch solche Anfragen werden geduldig beantwortet. Denn es ist keine Schande, nicht genug zu wissen, sondern höchstens eine Schande, nicht wissen zu wollen. Und Detlef Ehlebracht will ja wissen:

Antwort auf die Kleine Anfrage von AfD-Politiker Detlef Ehlebracht zum „Gender-Wahn“ (PDF)

Forschungswerkstatt „Intersektionale Mehrebenenanalyse in der Forschungspraxis“ SoSe 2017

Intersektionale Mehrebenenanalyse in der Forschungspraxis
Forschungswerkstatt vom 29.6 bis 1.7.2017 in Hamburg,  TU Hamburg-Harburg

Die Forschungswerkstatt bietet einen Raum, um theoretische und
methodische Fragen zur Bedeutung von Intersektionalität in empirischen
Forschungsprojekten intensiv zu diskutieren. Sie richtet sich an Promovierende,
Mitarbeitende in Forschungsprojekten sowie Studierende in der Abschlussphase.
Der Schwerpunkt der Werkstatt liegt auf den empirischen Projekten der
Teilnehmenden. Anhand von empirischem Material setzen wir uns
gemeinsam mit Fragen auseinander, die von den Teilnehmenden der
Werkstatt eingebracht werden. Ergänzt wird dieses Vorgehen durch Inputs
und Übungen zur Intersektionalen Mehrebenenanalyse.

Anmeldung per Email: kathrin.ganz@tuhh.de
Zur Anmeldung benötigen wir Angaben
‣ zur Fachrichtung,
‣ zum Forschungsthema und ob ein Vortrag aus der eigenen Forschung geplant ist,
‣ und ggf. zur Institution.
Bei hohen Anmeldezahlen findet nach dem Anmeldeschluss eine
Auswahl der Teilnehmer_innen statt.
Anmeldeschluss: 3. April 2017

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache und in rollstuhlgeeigneten
Räumen statt.
Eine Kooperation zwischen der Forschungsgruppe Arbeit–Gender–Technik an der TU Hamburg-Harburg und dem Fachbereich Sozialwissenschaften
der Universität Hamburg. Gefördert von der Gemeinsamen Kommission Gender und Diversity Hamburg.

Teilnehmer_innen, die bereits qualitativ-empirisch und intersektional arbeiten,
können Forschungsansätze und Auswertungsmethoden anhand
von eigenen Daten vorstellen und diskutieren. Es besteht außerdem die
Möglichkeit, ein Interview eigens für die Werkstatt zu führen und anhand
der Mehrebenenanalyse nach Winker/Degele (2009) auszuwerten. Die
Teilnehmer_innen reichen bis zum 1. Juni ein ca. 10-Seitiges Arbeitspapier
ein und präsentieren ihre Arbeit im Rahmen der Werkstatt.

Grundkenntnisse von Intersektionalität werden vorausgesetzt, ebenso wie
die Bereitschaft, sich vorab in die Intersektionale Mehrebenenanalyse
einzulesen:
• Winker, Gabriele; Degele, Nina (2009): Intersektionalität. Zur Analyse
sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: transcript.
• Winker, Gabriele: Intersektionalität als Gesellschaftskritik. In: Widersprüche,
32. Jg., Heft 126, 2012, S. 13-26.

organisiert von Kathrin Ganz, Jette Hausotter und Prof. Dr. Gabriele Winker

Die Forschungswerkstatt ist anrechenbar mit 6 LP für das Zertifikat Intersektionalität & Diversity an Hamburger Hochschulen, im freien Wahlbereich des MA Soziologie der Uni Hamburg und im freien Wahlbereich für Master-Studierende der Hamburger Hochschulen (bitte Anerkennung individuell prüfen lassen). Für Studierende gibt es einen obligatorischen Einführungstermin am 19. April 2017 von 10 bis 17 Uhr. Ort: Zentrum GenderWissen (Seminarraum), Monetastr. 4, Hamburg (nicht rollstuhlgeeignet). Die Anmeldung erfolgt über Stine.

Ringvorlesung „Diversity“ SoSe 2017

Programm (PDF)

Ringvorlesung: Diversity – Gutes Gefühl, Antidiskriminierungsprogramm, Wettbewerbsorientierung?
Möglichkeiten und Grenzen von Diversity im Kontext der Erziehungswissenschaft

Plakat Ringvorlesung

Die (pädagogische) Thematisierung von sozialer Differenz hat aufgrund der Enttraditionalisierung und Pluralisierung von Lebensweisen, der Ergebnisse der PISA-Studien und auch mit der verstärkten Thematisierung von Normen und Ausschlüssen seit Ende der 90er Jahre zugenommen. Im Zusammenhang mit der Antidiskriminierungspolitik der EU und dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz gewinnen dabei ursprünglich aus US-amerikanischen Managementstrategien stammende Diversity-Konzepte zunehmend an Bedeutung. Zum einen werden sie zur Umsetzung des Antidiskriminierungsauftrags in Organisationen genutzt und zum anderen gehen sie in erziehungswissenschaftliche Diskurse zu Differenz und Ungleichheit im Kontext von Bildung und Erziehung ein.

Der Begriff Diversity transportiert jedoch eine Reihe von Unbestimmtheiten und Widersprüchen. So ist in Bezug auf die damit angesprochenen Differenzkategorien zumeist ungeklärt, wie ihre Auswahl begründet ist und wie sie sich zueinander und zu gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen verhalten. Des Weiteren liegt aufgrund der Verbindung von Diversity-Ansätzen mit der Organisationsentwicklung großer Konzerne die Frage nah, inwiefern damit Mechanismen institutioneller Ungleichbehandlung und Diskriminierung nachhaltig überwunden werden können.

In der Ringvorlesung steht die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten und Grenzen von Diversity aus Perspektiven der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, der Geschlechter- und Migrationspädagogik, der Schulentwicklungsforschung und Soziologie im Mittelpunkt. Diskutiert wird auch, welche normativen Implikationen Diversity-Ansätze haben und inwiefern Diversity eine pädagogische und politische Form der Kritik darstellen kann. Geplant ist, Seminar und Ringvorlesung im Sommersemester 2018 mit veränderter Schwerpunktsetzung fortzusetzen.

Ort und Zeit: Dienstags von 18:00 bis 20:00 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal, Von-Melle-Park 8

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Sitzung 3: 18.4.2017

18-20h

Vortrag Prof. Dr. Martin Lücke (Didaktik der Geschichte; Friedrich-Meinecke-Institut, Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin): Diversity und die Professionalisierung von Lehrkräften – das Beispiel von Lehramtsstudierenden im Fach Geschichte“
Sitzung 6: 9.5.2017

18-20h

Vortrag: Prof. Dr. Mechtild Gomolla (Erziehungswissenschaft, insbesondere interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung; Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut Schmidt Universität Hamburg):Diversitäts- oder gerechtigkeitsorientierte Schulentwicklung? Theoretische Überlegungen und empirische Befunde“.
Sitzung 9: 30.5.2017

18-20h

Vortrag Prof. Dr. Paul Mecheril (Migration und Bildung; Institut für Pädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg): „Sich überlagernde Differenzordnungen. (Migrations-)Pädagogische Anmerkungen“
Sitzung 11: 20.6.2017

18-20h

Vortrag: Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Soziologie der Diversität; Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel): „Diversity zwischen Anti-Diskriminierung und Management. Vorschlag für ein antikategorial-queeres Vielfaltsverständnis“
Sitzung 14: 11.7.2017

18-20h

Vortrag: Dr. des. Tobias Buchner (Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien; queraum – Forschungseinrichtung für Kultur- und Sozialforschung): „Inklusion als Diversität der Fähigkeiten? Überlegungen zu Dis/Ability, Schule und Befähigung“

 

Gefördert aus Mitteln des Gleichstellungsfonds der Fakultät für Erziehungswissenschaft.

Koordination: Dr. Bettina Kleiner.

Kompaktseminar „Inklusion und Intersektionalität zusammen denken!“ SoSe 2017

ZeDIS (PDF)

Inklusion und Intersektionalität zusammen denken!
KOMPAKTSEMINAR, VORBESPRECHUNG, MI., 12.04., 15.00-16.30 UHR
FR., 12.05.2017, 10.00-17.00 UHR; SA., 13.05.2017, 10.00-17.00 UHR
FR., 23.06.2017, 10.00-17.00 UHR; SA., 24.06.2017, 10.00-17.00 UHR
ALLE TERMINE FINDEN IN DEN RÄUMEN DER EV. HOCHSCHULE FÜR SOZIALE ARBEIT & DIAKONIE, HORNER WEG 170, 22111 HAMBURG STATT.

Seit März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland geltendes Recht und das Wort Inklusion in aller Munde. Doch was heißt das eigentlich, wenn die deutsche Übersetzung der Behindertenrechtskonvention das Wort noch nicht einmal so übergenommen hat und weiter von Integration spricht? Seit noch viel längerer Zeit haben verschiedene soziale Bewegungen „Erfolge“ errungen. Frauen dürfen wählen und sich ihren Beruf und Arbeitsplatz selbst aussuchen, es gibt die Homoehe, und das TSG wurde geändert…
Diese Veränderungen haben etwas bewegt in der deutschen Gesellschaft, zweifelsohne! Doch sie scheinen auch dazu geführt zu haben, dass es immer schwieriger wird, weiterhin herrschende Macht- oder Unterdrückungsverhältnisse sehen und benennen zu können.
Die Herrschaftsverhältnisse und mit ihnen auch Unterdrückung, Hunger und Tod sind nicht verschwunden:
Menschen ohne Wohnung sterben im Winter in den Straßen der Großstädte. Menschen,
die uneindeutige gender leben, bekommen keine Wohnungen und keine Jobs. Schwule und
lesbische Jugendliche begehen im Verhältnis viel häufiger Suizid als ihre heterosexuellen Altersgenoss_innen. People of Colour bekommen keine Wohnungen und keine Jobs. Menschen, die behindert werden, leben weiterhin gegen ihren Willen in Einrichtungen und arbeiten in speziellen Werkstätten für ein Taschengeld. Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, werden in Lager interniert und dürfen weder arbeiten noch sich frei im Land bewegen…
Diese Liste ließe sich fortführen und macht die Paradoxie der gesellschaftlichen Zustände deutlich.
Theoretische Ansätze/Einsätze wie Disability Studies, Queer Studies, Critical Race Theory oder
Intersektionalität beobachten und analysieren diese Verhältnisse z.T. auch schon sehr lange – haben jedoch im Mainstream von Akademia, Medien und Gesellschaft kaum Gehör oder Würdigung erfahren. Sie stehen aber im Mittelpunkt dieses Seminars und sollen dabei helfen zu erarbeiten, was Inklusion in einem insektionalen Sinne eigentlich bedeuten müsste – und was die Umsetzung von uns als Individuen, aber auch der Gesellschaft als Ganzes erfordert.
Soziale Arbeit, Schulwesen, Hochschulbildung und noch viele Bereiche mehr, gehören alle in diesen gesellschaftlichen Aushandlungsrahmen und werden die Praxisbezüge des Seminars bilden.
Lehrbeauftragte: Doris Gerbig

Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ SoSe 2017

Programm (PDF)

Und hier im Einzelnen:

JENSEITS DER GESCHLECHTERGRENZEN im SOMMERSEMESTER 2017
ZEIT: 19.04.2017 – 05.07.2017, mittwochs, 19 – 21 Uhr,
ORT: Raum 0079, Von-Melle-Park 5 (WiwiBunker)

Die Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ setzt sich mit (hetero-)sexistischen gesellschaftlichen, aber auch in der Wissenschaft (re)produzierten Hierarchisierungen, Normierungen und Ausgrenzungen auseinander. Dementsprechend geht es dabei nicht nur um queere Theorie und Forschung, sondern auch um Möglichkeiten des politischen Handelns. In unserer Reihe ist gerade die Beschäftigung mit der Simultanität gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse stärker in den Vordergrund gerückt. Themen wie Rassismus und Dis/ability spielen deshalb für unseren Begriff einer queeren Vorlesungsreihe eine große Rolle. Gerne laden wir auch Aktivist*innen und Künsterler*innen ein, um den Blick über den Uni-Horizont hinaus zu erweitern.
Die Vorlesungsreihe bietet ein breites und interdisziplinäres Spektrum an Themen und richtet sich ausdrücklich auch an außeruniversitäre Zuhörer*innen.
„Jenseits der Geschlechtergrenzen“ wird organisiert von der AG Queer Studies,
Aktuelles und Ankündigungen auf unserem Blog http://agqueerstudies.de/

JENSEITS DER GESCHLECHTERGRENZEN
IM SOMMERSEMESTER 2017

19.04.2017
Macht im öffentlichen Raum – ein feministischer Blick auf Überwachung
Jasna Strick, Autorin, Bloggerin, Mit-Initiatorin von #aufschrei, Berlin

26.04.2017
Feminismus in Deutschland, 2017. Ein Einwanderungsland.
Kübra Gümüşay,Autorin &Aktivistin

03.05.2017
LGBT-Bewegung im modernen Russland & Queere Flucht aus den Ländern der ehemaligen UdSSR
Wanja Kilber, Vorstandsvorsitzender von Quarteera e.V., Hamburg

10.05.2017
Colors of Feminism
Dr. Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin, akademischeAktivistin, Berlin

17.05.2017
Hetero-Ehe: eine queer-feministische Einführung
Steff Bentrup, Diplom-Soziologin, Bibliotheksbeschäftigte FU Berlin, Hamburg

31.05.2017
Von der friedfertigenAntisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin Dr. Ljiljana Radonić, Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften/ÖsterreichischeAkademie derWissenschaften,Wien

14.06.2017
DerWille zum Nein.Wie die deutsche Rechtsprechung Betroffenen sexueller Gewalt einen selbstbestimm- ten Subjektstatus verweigert hat
DaniaAlasti, MAPhilosophie,Autorin, Hamburg

21.06.
WoMANtís RANDom
WoMANtís RANDom, media-akrobat*_in, geschichtenerzählende, über_setzende person, buchillustrator_+in, poeT*_in im herzen und arbeitet intersektional zu familie, mehrfachdiskriminierungen sowie sprachpraktiken

28.06.
„Ausgespielt? Feministische Zielsetzungen in derMigrationsgesellschaft und antimuslimischer Rassismus“
Dr.Meltem Kulaçatan, Politologin/Religionspädagogin (Islam), wissenschaftlicheMitarbeiterin an der Goethe- Universität Frankfurt

05.07.2017
Migrationsbedingt behindert
Dr. Donja Amirpur, Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene an der TU Köln

Koordination:
Prof. Dr.Marianne Pieper, Hamburg,
organisiert von der AG Queer Studies, Hamburg
Mit besonderem Dank an das Zentrum GenderWissen!