Archiv für den Monat: November 2017

29.01.2018, Vortrag Catherine Newmark: ‚Backlash‘ auf feministische Bewegungen und Gender Studies

Wir laden ein zum öffentlichen Vortrag von Catherine Newmark: ‚Backlash‘ auf feministische Bewegungen und Gender Studies –Die aktuelle Situation und mögliche Gegenstrategien

Am 29. Januar 2018, von 19 – 21 Uhr im Hörsaal M der Universität Hamburg, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1

„Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir wurde bei Erscheinen 1949 vom Vatikan auf den Index gesetzt, den Feministinnen der zweiten Frauenbewegung wurde das Etikett der „hässlichen Emanze“ aufgeklebt, gegen die Homo-Ehe marschierten in verschiedenen europäischen Ländern katholische Bündnisse und aktuell werden die Gender Studies als abwegige Ideologie und „Genderwahn“ attackiert. Seit es Feminismus und Kritik an gesellschaftlichen Geschlechterordnungen gibt, gibt es auch den sogenannten „Backlash“, also die reaktionäre und oft lautstarke Opposition zum Ideal der Gleichheit der Geschlechter. Oder auch, etwas raffinierter, und gerne aus gemäßigteren Kreisen heraus, die Behauptung, die Gleichheit sei schon da, und jetzt müsse mal genug sein mit der Aufregung um Frauenrechte oder dergleichen.
Aktuell manifestiert sich der Backlash sowohl als lautstarke Polemik aus klassisch rechtskonservativer und religiöser Ecke, aber auch zunehmend in Internet- und Verschwörungstheorie-affinen „maskulinistischen“ Kreisen, denen zufolge die feministische Weltherrschaft kurz bevorsteht. Sowie, interessanterweise, auch als Kritik aus liberalen und linken Kreisen heraus, die seit dem Aufstieg populistischer politischer Bewegungen und insbesondere nach dem Schock des Wahlsieges von Donald Trump die sogenannten „Identitätspolitiken“, also alles was irgendwie mit „race, class, gender“ zu tun hat, als das die Gesellschaft spaltende Problem ausgemacht zu haben meint, das die Hinwendung klassischer Arbeiterschichten zum rechten Rand miterklären soll.
Der Vortrag will den verschiedenen aktuellen Manifestationen des Backlashes auf den Grund gehen, und einige damit verbundene Fragen beleuchten. Wie ist solcher Gegnerschaft strategisch am besten zu begegnen? Wie lassen sich trotzdem Dissense innerhalb feministischer Diskussionen artikulieren und wie auch nötige Selbstkritik leisten? Und schließlich: was lehrt uns die Gleichstellungspolitik der letzten Jahre über die Bedingungen, unter denen feministische Forderungen im Mainstream die besten Chancen haben, Gehör zu finden?

Catherine Newmark ist promovierte Philosophin. Nach einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin arbeitet sie heute als freie Kulturjournalistin mit Schwerpunkt Film, Philosophie, Geisteswissenschaften und Gender Studies. Beim Deutschlandradio Kultur ist sie als Autorin und Redakteurin tätig, u.a. für die Philosophie-Sendung „Sein und Streit“. Beim Philosophie Magazin ist sie Chefredakteurin der Sonderausgaben. Außerdem ist sie als Kolumnistin für Zeit Online und für das Nordwestradio tätig.

 

Der Vortrag ist eine Kooperation mit:
filia.die frauenstiftung Hamburg
Gleichstellungsbeauftragte der WiSo Fakultät Universität Hamburg
Zentrum GenderWissen und Gemeinsame Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen