WiSe 2018-19: Einführung in feministische Theorien und Perspektiven des Postkolonialismus: Aktuelle Diskurse

64-691* (hier auch als: PDF)

‚Einführung in feministische Theorien und Perspektiven des Postkolonialismus: Aktuelle Diskurse.’ Lektürekurs.

Informatik Universität Hamburg (STiNE) und geöffnet für Studierende der Gender & Queer Studies der Hamburger Hochschulen.

(Gültig für das Zertifikat Genderkompetenz Zentrum GenderWissen Hamburg)

Kommentar: Wir setzen uns mit Texten und Gesprächen auseinander, analysieren Bild- und Filmmaterial und diskutieren theoretische Konzepte zu aktuellen Debatten transnationaler feministischer Perspektiven auch im Kontext von Flucht und Migration und den damit verbundenen Diskursen um Sicherheit und Menschenrechte. Das Seminar fördert kritisches Lesen und sensibilisiert für Sexismus und Rassismus, soziale Ausgrenzungen aufgrund von sexueller Orientierung, Nation oder Klasse und deren Verschränkungen. Wir versuchen theoretische Konzepte auf unsere Alltagserfahrungen anzuwenden und diese zu theoretisieren. Das Seminar gibt Gelegenheit, aktuelle Machtverhältnisse und deren Veränderungen zu analysieren und auf Möglichkeiten feministischer, antirassistischer Intervention hin zu untersuchen.

Vorbereitende Literatur:

Do Mar Castro Varela, Maria und Dhawan, Nikita, Postkoloniale Theorie: Eine kritische Einführung. Bielefeld: Transkript 2. Aufl. 2014.

Ankommen zwischen Willkommenskultur und rassistischen Diskursen: Manuela Bojadzijev: Das ist auch eine politische Mobilisierung. Gespräch. (https://heimatkunde.boell.de/2016/03/03/das-ist-auch-eine-politische-mobilisierung-ein-gespraech-mit-manuela-bojadzijev).

Rassismus und Sexismus: Gabriele Dietze: Das ‚Ereignis Köln’ (2016).

Herausforderungen in der Musikszene? bell hooks on Beyoncé: Moving beyond Pain (2016) und Nachtrag auf Kritik.

Arbeit / Globalisierung: Encarnación Gutiérrez Rodriguéz: Das postkoloniale Europa dekonstruieren. Zu Prekarisierung, Migration und Arbeit in der EU (2009) (http://archiv.labournet.de/diskussion/eu/sopo/rodriguez.pdf) und

Beiträge aus Femina Politika 1/2016, Moderne Sklaverei und extreme Ausbeutung in globalisierten Arbeits- und Geschlechterverhältnissen (http://www.femina-politica.de/inhalte/sklaverei.html).

Kritik der Menschenrechte aus feministisch-postkolonialer Perspektive: Jeanette Ehrmann, Traveling, Transplanting and Translating Human Rights. Zur Kritik der Menschenrechte aus feministisch-postkolonialer Perspektive in: Femina Politika 2/2009, 84-94; Auszug:

‚Ethik ist demzufolge keine freiwillige und individuelle Entscheidung des autonomen, freien und vernünftigen Selbst, sondern genuin eine Frage der zwischenmenschlichen Beziehungen, die daraus entspringt, dass wir als Menschen nicht nur als Einzelne, sondern immer schon in soziale Zusammenhänge hineingeboren werden. Im Anschluss an Emmanuel Lévinas versteht Spivak Ethik als die Beziehung des Ich zum Anderen: nicht als „selbstmotiviertes politisches Kalkül –‚das Richtige tun‘“ – sondern als „Offenheit gegenüber der imaginierten Handlungsfähigkeit der Anderen“ (Spivak 2008, 39). Verantwortung heißt demzufolge zuallererst die Einsicht, in globale Verflechtungen und Machtasymmetrien eingebunden zu sein, die die Komplizenschaft der von der Transnationalität Privilegierten beinhaltet. So sieht Spivak mit ihrem Vorschlag des Vernähens nicht nur die Inklusion Subalterner in den Bereich der autonomen Rechtssubjekte vor, sondern legt den Grundstein für ein grundsätzliches Umdenken der Idee der Menschenrechte in der postkolonialen Welt, die Konsequenzen sowohl für Privilegierte als auch für Subalterne mit sich bringt.’

Repräsentation, Selbstorganisierung, Solidarität: Elisabeth Fink, Uta Ruppert: Postkoloniale Differenzen über transnationale Feminismen. Eine Debatte zu den transnationalen Perspektiven von Chandra T. Mohanty und Gayatri C. Spivak (2009).

Selcuk Yurtsever-Kneer: Strategien feministischer Migrantinnenpolitik (2004) (http://www.trend.infopartisan.net/trd0104/t110104.html). Filmspot: Women in Exile.

Maria Do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan: Postkolonialer Feminismus und die Kunst der Selbstkritik (2012).

Monika Mokre: Solidarität als Übersetzung (2015). Material: NINA – fraueN IN Aktion – womeN IN Action.

Das persönliche ist politisch! Gespräch zwischen bell hooks und Jill Soloway (2016).

Weitere Texte – gern auch Gedichte, Romane – und anderes Material (Film, Bilder) werden zusammen ergänzt – Vorschläge der Teilnehmenden erwünscht!

Abschluss: Der Kurs wird abgeschlossen mit 2, 4 oder 6 LP in Absprache mit der Dozentin. 2 LP gibt es für regelmäßige Beteiligung, 4 für ein Referat, 6 für Referat und schriftliche Reflexion.

Lehrende: Dr. Simone Borgstede

 

Zeit:

Do 18. Oktober  2018, 10.15 – 11.45 Uhr

Ort: Zentrum GenderWissen, Monetastraße 4, 20146 Hamburg

Seminarraum im Untergeschoss.

Anmeldung: Aufgrund der Raumsituation teilnahmebegrenzt.

Für Studierende der UHH über STiNE im Fachbereich Informatik. Hier Teilnahme 15 Studierende.

Für diejenigen, die sich nicht über STiNE anmelden können, sind weitere 15 Plätze im Losverfahren über das Zentrum GenderWissen vorgesehen. Diejenigen melden sich bitte bis 16. Oktober  2018 an im Zentrum GenderWissen bei: dagmar.filter@uni-hamburg.de


*Gefördert von der Gemeinsamen Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen, 16.8.2018