Seminar WiSe 2016/17: Einführung in Feministische Theorien II: Postkoloniale Perspektiven. Lektürekurs

Freier Wahlbereich ‚Gender & Queer Studies‘ der Hamburger Hochschulen,

anerkannte Lehrveranstaltung auch für die Zertifikate ‚Genderkompetenz‘ und ‚Intersektionalität und Diversity‘: www.zentrum-genderwissen.de/Lehrtableau freier Wahlbereich

Seminar WiSe 2016/17

Einführung in Feministische Theorien II: Postkoloniale Perspektiven. Lektürekurs.

Lehrende: Simone Borgstede, Ph.D.

Kommentar/Inhalte:

Dieses Seminar führt Studierende in Ansätze feministischer Theoriebildung aus postkolonialen Perspektiven ein. Es ist als Lektürekurs konzipiert. Wir setzen uns sowohl mit theoretischen als auch literarischen Texten auseinander.

Die jeweiligen Texte werden mit den Studierenden abgestimmt und von ihnen per Gruppenreferat eingeführt. Es folgt Textarbeit zur Herausarbeitung der wesentlichen Thesen und eine Diskussion, die diese auch auf eigene Erfahrungen anwendet und ihre Tauglichkeit zum Verständnis aktueller Diskurse überprüft.

Das Seminar gibt den Studierenden Gelegenheit zu selbständigem Arbeiten in Gruppen. Es fördert kritisches Lesen, das Verstehen ungewohnter, weil aus dem Mainstream ausgeblendeter Perspektiven, und komplexer Zusammenhänge. Es sensibilisiert für Sexismus und Rassismus, soziale Ausgrenzungen aufgrund von sexueller Orientierung, Nation oder Klasse und deren Verschränkungen.

Die Prüfungsleistung setzt sich zusammen aus Gruppenreferat und schriftlicher Ausarbeitung.

Vorbereitende Literatur:

Do Mar Castro Varela, Maria und Dhawan, Nikita, Postkoloniale Theorie: Eine kritische Einführung. Bielefeld: Transkript 2. Aufl. 2014.
Vorgeschlagene Theoretiker_innen und Seminartexte :

  1. Hall, Stuart, ‚Der Westen und der Rest‘. Diskurs und Macht. In: ders., Rassismus und kulturelle Identität. Hamburg: Argument 1994, S. 137-179.
  2. Stoler, Ann Laura, ‚Foucaults „Geschichte der Sexualität“ und die koloniale Ordnung der Dinge’ in: Jenseits des Eurozentrismus: postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Ffm.: Campus 2002, S. 313-334
  3. bell hooks. Texte zu Rassismus, Sexismus, Klassismus.
  4. Sinha, Mrinalini, Colonial Masculinity.
  5. Mani, Lata, ‚Contentious Traditions: The Debate on Sati in Colonial India’ in Cultural Critique 7, 1987, pp. 119-156.
  6. Mohanty, Chandra, ‚Under Western Eyes. Feminist scholarship and colonial discourses ’ in: dies. u.a. (Hg.), Third World Women and the Politics of Feminism. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press 1991, S. 51-80.
  7. Spivak, Gayatri Chakravorty, Teile aus: Can the subaltern speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation. Wien: Turia + Kant 2008 und andere Texte.
  8. Steyerl, Hito, Gutierrez Rodriguez, Encarnacion, Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik. Münster: Unrast 2012.
  9. Attia, Iman, Texte zum Orientalismus.
  10. Dietze, Gabriele, z. B. ‚Okzidentalistische Bilderpolitik. Neo-Orientalismus und Migration in der visuellen Kultur.‘ In: Margreth Lünenborg (Hg.), Politik auf dem Boulevard? Die Neuordnung der Geschlechter in der Politik der Mediengesellschaft. Bielefeld: transcript 2009, S. 175-195.

In Absprache mit den Studierenden ergänzt durch Literatur und Gedichte, z.B.:

  1. Levy, Andrea, Small Island (Eine englische Art von Glück.)

oder Long Song (Das lange Lied eines Lebens.).

  1. Morrison, Toni, Beloved (Menschenkind.) oder Paradise (Paradies.).
  2. Ayim, May. Gedichte.

 

Prüfungsleistung:

Für 6 LP gelten Gruppenreferat und schriftliche Ausarbeitung.

 

Zeit und Ort:

Beginn am Donnerstag 20.10.2016 (wöchentlich).

Zentrum GenderWissen, Monetastraße 4, 20146 Hamburg, Seminarraum Untergeschoss.

 

Anmeldung:

Für Uni-Studierende: STiNE (20 Plätze).

Für Studierende, die sich nicht über STiNE anmelden können, bitte bis 1. Oktober 2016

direkt bei dagmar.filter@uni-hamburg.de (5 Plätze). Hier entscheidet ein Losverfahren, da nur insgesamt 25 Plätze möglich sind.

 

Gefördert:

Gemeinsamen Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen in Kooperation mit dem Fachbereich Informatik der Universität Hamburg.

Seminar WiSe 2016/17: Feministische Theorien zwischen Akademie und Aktivismus

Seminar WiSe 2016/17

 

„Feministische Theorien zwischen Akademie und Aktivismus: Eine Einführung“ 

Lehrende: Patrick Wielowiejski

           

Kommentar:

In der Debatte über den Feminismus ist genug Tinte geflossen“, stellt Simone de Beauvoir 1949 am Anfang ihres – 900 Seiten umfassenden! – Buches Das andere Geschlecht fest. Fast 70 Jahre später scheint immer noch nicht genug gesagt worden zu sein, auch wenn sich die Themen des Feminismus inzwischen verändert haben. Debatten wie der #aufschrei von 2013, der „Popfeminismus“ oder die Diskussion um Sexismus und Rassismus nach den Silvester-Übergriffen von Köln verdeutlichen dies. Der Feminismus und die Gender Studies haben es zu einer gesellschaftspolitischen und wissenschaftlichen Bedeutung gebracht, die sich nicht mehr ignorieren lässt, und ihr Gegenstand ist keineswegs nur mehr „die Frau“.

Das Seminar ermöglicht einen Überblick über feministische Theorien der Gegenwart und ihre geschichtliche Entwicklung – und betont dabei die engen Verflechtungen von feministischer Theorie, Politik und Aktivismus. Themen werden u.a. Gleichheits- und Differenzfeminismus, Intersektionalität, postmoderne Ansätze und Dekonstruktion, Queer Theory, kritische Männlichkeitsforschung sowie Emotionen und Affekt sein. Unsere übergreifende Frage wird lauten: Wie lassen sich Konzepte aus der feministischen Theorie für die Erziehungs- und Bildungswissenschaft fruchtbar machen?

Das Seminar wird als Blockveranstaltung angeboten, bestehend aus einer Einführungssitzung und zwei Wochenendblöcken. Es ist als intensives Lektüreseminar konzipiert, in dem die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens eingeübt und vertieft werden sollen.

 

Prüfungsleistung:

Voraussetzung für den Erwerb der LP ist die Abgabe von drei Schreibübungen.

           

Seminar geblockt, Beginn:

Fr  21.10.2016, von 14.00 – 18.00 Uhr

Fr   02.12.2016, von 14.00 – 18.00 Uhr

Sa  03.12.2016, von 08.00 – 16.00 Uhr

Fr   03.02.2017, von 14.00 – 18.00 Uhr

Sa  04.02.2017, von 08.00 – 16.00 Uhr

 

Anmeldung:

Für Uni-Studierende: STiNE (20 Plätze).

Für Studierende, die sich nicht über STiNE anmelden können, bitte bis 1. Oktober 2016

direkt bei dagmar.filter@uni-hamburg.de (5 Plätze). Hier entscheidet ein Losverfahren, da nur insgesamt 25 Plätze möglich sind.

 

Gefördert:

Gemeinsamen Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen in Kooperation mit dem Fachbereich Informatik der Universität Hamburg.

 

Blockseminar WiSe 2016/17: Intersektionalität: Theoriegeschichte – Debatten – Praxis

Seminar WiSe 2016/17 (geblockt)

Intersektionalität: Theoriegeschichte – Debatten – Praxis

Lehrende: Jette Hausotter, Anna Köster-Eiserfunke

Kommentar/Inhalte:

Intersektionalität bezeichnet  die Verschränkung und Wechselwirkung von ver-schiedenen Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnissen. Mittlerweile ist Intersek-tionalität zu einem wichtigen Paradigma der Geschlechterforschung geworden und findet auch zunehmend Eingang in die Ungleichheitsforschung. Intersektionale Theorien entspringen nicht zuletzt den gesellschaftlichen Analysen politischer Bewegungen. Ein wichtiger Ursprung intersektionalen Denkens sind dabei anti-rassistisch-feministische Debatten um soziale Differenzen zwischen Frauen.

Das Seminar führt anhand ausgewählter Texte in diese Theoriegeschichte ein. Dabei sollen ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweisen der Herrschafts-verhältnisse Heteronormativismus, Rassismus, Bodyismus und Klassenverhältnisse sowie theoretische Kenntnisse der Verwobenheit von Diskriminierungs- und Ungleichheitsverhältnissen erarbeitet werden. Anschließend daran geht es um die produktiven Möglichkeiten des Transfers intersektionaler Ansätze in soziologische Analysen. Debatten und Ansätze zu Intersektionalität in der sozialen Ungleich-heitsforschung stehen hierbei im Mittelpunkt.

Arbeitsweise: Es wird einen inhaltlichen Einstieg durch die Dozentinnen geben. Für den Blocktermin bereiten die Studierenden Referate vor: entweder Textreferate, Analysen zum Umgang ausgewählter Institutionen mit Diskriminierungsvielfalt oder ein eigenes Interview mit intersektionaler Auswertung. Dazu gibt es jeweils Handreichungen und persönliche Beratungsmöglichkeit durch die Dozentinnen. Den Block selbst gestalten wir abwechslungsreich mit Referaten, Gruppenarbeiten und Übungen.

 

 

  • Anrechenbar für das Zertifikat Diversity und Intersektionalität (Pflichtseminar)
  • 4 oder 6 Leistungspunkte
  • Offen für alle Bachelor- und Magister-Studierenden der Hamburger

     

       Anmeldung:

         Für Studierende der Universität Hamburg über STiNE.

Für diejenigen, die sich hier nicht anmelden können bitte bis zum 31.10.2016 per Mail bei hausotter@tuhh.de

Termine:

Einführung und Referatsvergabe

 

Montag, 24.10.2016, 12-16 Uhr Sitzung 1 – 2 Einführung und Referatvergabe!
Donnerstag, 12.1.2017, 10-18 Uhr Sitzung 3 – 6 Geschichte intersektionaler Theorien
Freitag, 13.1.2017, 10-18 Uhr Sitzung 7 – 10 Aktuelle Theoriedebatten und gesellschaftliche Praxisfelder
Samstag, 14.1.2017, 10-18 Uhr Sitzung 11 – 14 Intersektionalität zur Analyse sozialer Ungleichheit

 

Prüfungsleistungen:

  • Regelmäßige Teilnahme
  • intensive Vorbereitung des Blocktermins (Lektüre, Referatsvorbereitung)
  • ausführliches schriftliches Handout

Ÿ   für Benotung und 6 LP zusätzlich: schriftliches Essay

Ort:

Technische Universität Hamburg Harburg, Schwarzenberg Campus 3, Gebäude E -SBS 95, Raum 0.091

 

Kooperation:

Zwischen der Forschungsgruppe Arbeit-Gender-Technik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg und dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg.

 

Gefördert:

Gemeinsame Kommission Gender und Diversity der Hamburger Hochschulen.

Start Wintersemester 2016/17: Women’s* Studies Generale

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Das neue Studien-Projekt des Zentrums GenderWissen Women’s* Studies Generale startet am 19. Oktober 2016. Es handelt sich um ein wissenschaftliches (Vor)Studium, das sich ausschließlich an Frauen* wendet. Angeboten werden Studienmodule mit bis zu 12 Teilnehmenden, die ein Studium in kleinen Studiengruppen und einen direkten Austausch ermöglichen. Zudem bietet das Projekt einen geschützten Rahmen für Frauen*, um einen produktiven Zugang zu den Frauen- und Migrationsthematiken auch wissenschaftlich zu ermöglichen.

Die Module geben Raum für eine eigene Mit­gestaltung der Lerninhalte und unterstüt­zen so­mit die Lerninteressen der Teilnehmen­den. Die ersten Module beginnen im Wintersemester 2016/17. Ziel der Module ist es, Texte in deutscher Spra­che zu lesen und zu bearbeiten. Ausgangsliteratur sind einführende Texte in Frauen- und Ge­schlechterstudien.
Darüber hinaus wird eine Einführung in das wissenschaftliche Schreiben angeboten, die je nach Wunsch durch reflexives und literarisches Schreiben abgewechselt werden kann.
Der Zugang zu den selbstgewählten Themen wird sensibilisiert und die Selbstwahrnehmung gefördert.

Weitere Ausdifferenzierungen der Module, die auch in den folgenden Semestern angeboten werden, lehnen sich ebenso an Lerninteressen und Gestaltungsinitiativen der Teilnehmenden an. Eine Inititiierung von selbst gewählten Forschungsprojekten wird begrüßt und angestrebt. Geplant sind außerdem Kooperationen mit anderen Hochschulen sowie politischen Bildungseinrich­tungen in Hamburg.

 

Voraussetzungen:

Women’s* studies generale richtet sich an  Frau­en*, die Interesse an der Aufnahme ei­nes Studi­ums in Hamburg haben, die Vor­aussetzungen jedoch (noch) nicht erfüllen und warten müs­sen. Bereits studie­rende Frau­en* mit Flucht- und Migrationser­fahrungen sind hier ebenso willkom­men und können die Veran­staltungen als ergän­zendes Lehrangebot nut­zen.

Als Zielgruppe erwarten wir eine heterogene Gruppe von Interessierten, die sich aus möglichen Studienbewerber*innen als auch Frauen* zusammensetzt, die bereits erste Studienerfahrungen mitbringen und/oder die sich weiter in den Women’s* Studies Generale fortbilden bzw. ihr Studium fortsetzen wollen. Dozentin: Natascha Tomchuk, M.A.

Flyer Womens Studies Generale (PDF)

 

Kontakt und Anmeldung:

Dagmar Filter, Leitung Zentrum GenderWissen, Monetastraße 4, 20146 Hamburg

damar.filter@uni-hamburg.de

28.-30.09.2016: Tagung „Körperbilder – Körperpraktiken“ Uni Hamburg

Tagung „Körperbilder – Körperpraktiken“ vom 28. bis 30. September 2016 an der Universität Hamburg

 

Die international besetzte, gemeinsame Jahrestagung “Körperbilder – Körperpraktiken. Visuelle Repräsentationen, Regulationen und Aneignungen vergeschlechtlichter Körper und Identitäten in Medienkulturen” der Fachgruppen ‚Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht‘ und ‚Visuelle Kommunikation‘ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft e. V. (DGPuK) findet vom 28. bis 30. September im Gästehaus der Universität Hamburg statt.

Visuelle Repräsentationen und mediale (Selbst-)Darstellungen von Körper(lichkeit) sind heute allgegenwärtig – erkennbar etwa an Fotostrecken in Zeitschriften, neuen Formaten des Reality TV oder in Sozialen Medien (z. B. Instagram, Beauty-Blogs, YouTube-Kanäle). Die Ubiquität digitaler Medien führt zu wachsender Präsenz des Körpers, vor allem in visuell geprägten Medienumgebungen. Damit ist die Aushandlung von Körperlichkeit, Körpernormen oder -abweichungen bis hin zur Disziplinierung der Körpergestaltung (Überwachung und Kontrolle) zunehmend medial bestimmt. Den Kern dieser Entwicklungen bildet die visuelle Repräsentation und Visualisierung von Körper(lichkeit): Hierbei werden mediale Körperrepräsentationen und -praktiken visuell erzeugt, in Bildern (re-)produziert, distribuiert, modifiziert und angeeignet. Diese ‘Körperbilder’ sind zugleich eng verbunden mit (neuen) Formen gesellschaftlicher Machtverhältnisse und -ordnun­gen. Sie bilden einen zentralen Ausgangs- und Bezugspunkt für die Konstitution und Aushandlung symbolischer Geschlechterordnungen und -identitäten, und den damit verbundenen Dimensionen sozialer Ungleichheit, wie sie u.a. in der Intersektionalitäts­forschung sowie den Queer, Disability und Postcolonial Studies in den Blick genommen werden. Diese und andere Ansätze im Bereich Visueller Kommunikation und der (kommunikationswissenschaftlichen) Geschlechterforschung bieten ein breites Feld zur Erforschung mediatisierter und visuell konstituierter Körperlichkeit, das im Rahmen der Tagung aufgezeigt und diskutiert werden soll.

Neben den vielversprechenden Vorträgen und Workshops konnten mit Prof. Rosalind Gill (City University London) und Prof. Dr. Tanja Thomas (Universität Tübingen) zwei herausragende Speakerinnen für die Tagung gewonnen werden, die in ihren Keynotes u. a. Fragen der Self Surveillance über Apps und Beauty Discourses sowie der (Nicht-)Darstellung von „verkörpertem Leid“ z. B. in Bildern von Geflüchteten, adressieren werden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 bzw. 25 € (ermäßigt für: Studierende, Doktorand_innen bzw. Beschäftige auf halben Stellen sowie für Mitglieder des Fördervereins Pro Journal e.V.) oder 20 bzw. 10 € für ein Tagesticket. Die Anmeldung ist bis 5. September 2016 möglich.

Die Veranstaltung wird vom Team des Lehrstuhls Prof. Dr. Irene Neverla am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) organisiert.

 

Kontakt: Dr. Monika Pater, Nele Heise
E-Mail: koerperbilder@uni-hamburg.de
Webseite: https://koerperbilderpraktiken.wordpress.com/

Call „Heldinnen“, Einsendeschluss: 15. Juli 2016

Autor*innen-Aufruf

Zur inhaltlichen Ausgestaltung des klassischen Konzertes “Heldin” werden Autor*innen zur Einreichung von Vorschlägen zu “Heldinnen” bis 15. Juli 2016 gebeten.

Zum Konzert “Heldin”

Der Tenor Trevor Pichanick wird im April 2017 begleitet durch das Barock-Ensemble “C4” (Alexander Gergelyfi, Thomas Reif) ein klassisches Konzert mit dem Titel “Heldin” inszenieren. “Heldin” stellt das dritte Konzert der Veranstaltungsreihe “Tabu” dar, die gesellschaftlich-relevante Themen durch innovative klassische Konzerte in ungewöhnlichen Lokationen in Szene setzt. Im Fokus des Konzertes “Heldin” stehen Gewalt gegen Frauen sowie frühere und heutige Verfechterinnen für Frauenrechte.

Zur Rahmengeschichte

“Heldin” ist inspiriert durch die alt-testamentarische Geschichte von Judith, die den Tyrannen Holfernes köpfte um ihr Volk zu retten. Sie ignorierte das damalige Frauenbild und machte sich zur Heldin, um Holofernes zu besiegen.

Das Konzert wird im Hamburger Landesgericht inszeniert und beginnt mit Judiths Gerichtstermin kurz nach der Tötung des Holofernes. Im Gewahr ihres Tötungsaktes und ihrer inneren Auseinandersetzung damit, erlebt Judith “Flashs” zu Geschichten anderer Frauen (der Vergangenheit und der Gegenwart), die entweder Opfer von Gewalt oder Unterdrückung waren, oder die für ihre oder die Recht anderer eingetreten sind. Auf diese Weise fühlt sich Judith immer stärker mit den Frauen verbunden, als hätte sie auch mit und für sie gekämpft.

Jeder “Flash” erzählt die Geschichte einer “Heldin”. Diese Geschichten werden dem Publikum musikalisch, visuell und textlich präsentiert. Arien bzw. Stücke aus der Barockmusik (Vivaldi, Handel, Hasse) bilden das musikalische Porträt, das durch entsprechende visuelle (fotografische) Interpretationen auf großen Projektionsflächen unterstützt wird. Im Programm-Booklet werden sich diese Motive wie auch die textliche Ausführung der jeweiligen Geschichte wiederfinden.

 Zum Aufruf

Das Programmheft für “Heldin” soll das Publikum während des Konzertes aber auch darüber hinaus begleiten, um die Aufmerksamkeit für die Herausforderungen der Frauen zu wecken und aufrecht zu erhalten.

Für die Erstellung des Programmheftes werden Autor*innen gesucht, die einen Beitrag (max. 400 Wörter) zu bemerkenswerten historischen oder aktuellen Frauen beitragen möchten.

Die Autor*innen sollten sich bei der Auswahl ihrer “Heldin” mit ihr identifizieren oder sich von ihr inspirieren lassen können, z.B. kann dies sein:

 

  • Eine Frau, die für ihre oder die Rechte anderer gekämpft hat
  • Eine Frau, die Opfer von Gewalt oder Diskriminierung war
  • Eine Frau, die „empowered“ ist

 

 

KONTAKT

 

Bei Interesse stehen für weitere Informationen folgende Kontakte zur Verfügung:

 

Vortrag 23. Mai 2016: Frauenrechte global. Auswirkungen der CEDAW-Konvention

Frauenrechte global: Auswirkungen der CEDAW Konvention

Vortrag von Prof. Dr. Susanne Zwingel, Florida International University, Miami, USA

im Zentrum GenderWissen der Hamburger Hochschulen am 23. Mai 2016

Die UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) etabliert eine völkerrechtliche Gleichstellungsnorm für Frauen und Männer zu der sich fast alle Staaten der Welt verpflichtet haben. Aber hat dieser global formulierte Anspruch die Lebenswelten von Frauen beeinflusst? Der Vortrag zeigt, dass und wie transnationale Akteure um die CEDAW Konvention dazu beitragen, Frauenrechte in gelebte Realität zu übersetzen. Dies hat dazu geführt, dass Frauenrechte weltweit mehr geachtet werden und ihre Reichweite ausgedehnt wurde. Gleichzeitig werden sie aber auch ständig kritisch re-interpretiert und ihre Umsetzung erfolgt prinzipiell eher eklektisch als systematisch. Frauenrechte sind daher nicht als abgegrenzten normativen Inhalt anzusehen, sondern als kontinuierlichen transnationalen Aushandlungsprozess zu begreifen.

PowerPoint-Präsentation von Susanne Zwingel (auf deutsch)

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Buchautorin Susanne Zwingel (University Miami, USA) stellt ihr neuestes Buch „Translating International Women`s Rights. The CEDAW Convention in Context“ vor. Vortrag in deutsch.
Moderation und kurzes Statement Martina Kamp, M.A.
19-21 Uhr, Monetastraße 4, 20146 Hamburg, Seminarraum.

07. Juni 2016: Wir nehmen teil am *Diversity Tag*

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Wie unsere Einrichtungen im Bereich Diversity nützlich sein können.

Vortrag mit Führung
Das Zentrum GenderWissen und die dazu gehörige „Zentrale Bibliothek Frauenforschung, gender und queer studies“ stellen sich und ihre Aktivitäten vor.

Zielgruppe: alle Interessierten

Anmeldung: nicht nötig

Zeit: 14.30 bis 15.30 Uhr

Ort: Monetastraße 4, Erdgeschoss

Ab 07.04.2016: Feministische Theorie von Beauvoir bis Spivak

Geöffnet für Studierende der Informatik der UHH und für Studierende im interdisziplinären freien Wahlbereich Gender & Queer Studies der HH-Hochschulen:
LV-Nr. 64-691
Feministische Theorie von Simone de Beauvoirs ‚Man wird nicht als Frau geboren, man wird es’ zu Gayatri Chakravorty Spivaks ‚Kann die Subalterne sprechen?’

Feminist theory from Simone de Beauvoir’s ‘One is not born, but rather becomes, a woman’ to Gayatri Chakravorty Spivak’s ‘Can the subaltern speak?’

Lehrende: Simone Borgstede, Ph.D.

Beginn: Do 07.04.2016, 10.15 – 11.45 Uhr
Ort: Seminarraum Zentrum GenderWissen, Monetastraße 4, 20146 Hamburg
Max. 18 Studierende
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen Gemeinsamer Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen und dem Fachbereich Informatik der Universität Hamburg.

Kommentar/ Inhalt:
Dieses Seminar soll Studierende in Ansätze feministischer Theoriebildung einführen. Es ist als Lektürekurs konzipiert. Eingebettet werden die an Primärquellen durchgeführten Theorie-Erkundungen in eine historische Einführung, die auch auf Film- und Bildmaterial rekurriert, und eine Kursreflektion.
Die jeweiligen Theoretikerinnen und ausgewählte Texte oder Textauszüge werden von Studierenden per Gruppenreferat eingeführt. Es folgt eine Herausarbeitung der wesentlichen Thesen und eine Textdiskussion, die diese auch auf eigene Erfahrungen anwendet und ihre Tauglichkeit zum Verständnis aktueller Diskurse überprüft.
Das Seminar gibt den Studierenden Gelegenheit zu selbständigem Arbeiten in Gruppen. Es fördert kritisches Lesen, das Verstehen ungewohnter, weil aus dem Mainstream ausgeblendeter Perspektiven, und komplexer Zusammenhänge. Es sensibilisiert für Sexismus und Rassismus, soziale Ausgrenzungen aufgrund von sexueller Orientierung, Nation oder Klasse und deren Verschränkungen.

Die Prüfungsleistung setzt sich zusammen aus Gruppenreferat und schriftlicher Ausarbeitung.

Vorbereitende Literatur
Gerhard, Ute, Petra Pommerenke und Ulla Wischermann (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 1 (1789-1919), Helmer Verlag, Königstein 2008.
Dieselbe, Ulla Wischermann und Susanne Rausche (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 2 (1920-1985), Königstein 2010.
Schmidbauer, Marianne, Helma Lutz und Ulla Wischermann (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 3 (ab 1986), Königstein 2013.

Seminarablauf
1. und 2. Historische Seminareinführung anhand von Textauszügen/Bildmaterial und Filmspots, u.a. von Christine de Pizan; Olympe de Gouges; Sojourner Truth; Virginia Woolf.

3. Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht.

4. Und 5. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter und Körper von Gewicht.

6. Andrea Maihofer: Geschlecht als Existenzweise.

7. Birgit/Robin Bauer: ‚Was heißt hier queer?’

8. Birgit Rommelspacher: Rassismus; Nationalismus; Sexismus: Dominanzkultur.

9. bell hooks: Klassismus; Rassismus und Sexismus.

10. Gayatri Chakravorty Spivak: Can the subaltern speak?

11. Feminismus und Critical Whiteness Studies.

12. und 13. Zwei Seminartermine bleiben offen zur Vertiefung auf Wunsch der Seminarteilnehmenden.

14. Kursreflektion.