Kategorie-Archiv: Ringvorlesungen

ab 04. April 2019: Feministische Theorie von Simone de Beauvoirs ‚Man wird nicht als Frau geboren, man wird es’ zu Gayatri Chakravorty Spivaks ‚Kann die Subalterne sprechen?’

Feministische Theorie von Simone de Beauvoirs ‚Man wird nicht als Frau geboren, man wird es’  zu Gayatri Chakravorty Spivaks ‚Kann die Subalterne sprechen?’

(Feminist theory from Simone de Beauvoir’s ‘One is not born, but rather becomes, a woman’ to Gayatri Chakravorty Spivak’s ‘Can the subaltern speak?’)

Gültig für die Zertifikate „Genderkompetenz“ und „Intersektionalität und Diversity“ der Gemeinsamen Kommission Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen.

Kommentar: Dieses Seminar soll Studierende in Ansätze feministischer Theoriebildung einführen. Es ist als Lektürekurs konzipiert. Eingebettet werden die an Primärquellen durchgeführten Theorie-Erkundungen in eine historische Einführung, die auch auf Film- und Bildmaterial rekurriert, und eine Kursreflektion.

Die jeweiligen Theoretiker_innen und ausgewählte Texte oder Textauszüge werden von Studierenden per Gruppenreferat eingeführt. Es folgt eine Herausarbeitung der wesentlichen Thesen und eine Textdiskussion, die diese auch auf eigene Erfahrungen anwendet und ihre Tauglichkeit zum Verständnis aktueller Diskurse überprüft.

Das Seminar gibt den Studierenden Gelegenheit zu selbständigem Arbeiten in Gruppen. Es fördert kritisches Lesen, das Verstehen ungewohnter, weil aus dem Mainstream ausgeblendeter Perspektiven, und komplexer Zusammenhänge. Es sensibilisiert für Sexismus und Rassismus, soziale Ausgrenzungen aufgrund von Sexualität, Nation oder Klasse und deren Verschränkungen.

Die Prüfungsleistung setzt sich zusammen aus Gruppenreferat und schriftlicher Ausarbeitung von ca. 6 Seiten = 6 Creditpoints. Individualisierte Creditpoint-Vergabe ist möglich.

 

Vorbereitende Literatur:

Gerhard, Ute, Petra Pommerenke und Ulla Wischermann (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 1 (1789-1919), Helmer Verlag, Königstein 2008.

Dieselbe, Ulla Wischermann und Susanne Rausche (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 2 (1920-1985), Königstein 2010.

Schmidbauer, Marianne, Helma Lutz und Ulla Wischermann (Hg.), Klassikerinnen feministischer Theorie: Grundlagentexte Band 3 (ab 1986), Königstein 2013.

 

Vorstellungen zum Seminarablauf:

  1. Gegenseitige Vorstellung und Historische Seminareinführung anhand von Textauszügen/Bildmaterial: Christine de Pizan, Das Buch von der Stadt der Frauen.

2. Fortführung: Olympe de Gouges, Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin; Sojourner Truth, Reden; Virginia Woolf, Die drei Guineen.

3. Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht.

4. Michel Foucault: Sexualität und Wahrheit 1.

5. Judith Butler: Körper von Gewicht.

6. Andrea Maihofer: Geschlecht als Existenzweise.

7. Birgit/Robin Bauer: ‚Was heißt hier queer?’

8. Birgit Rommelspacher: Rassismus; Nationalismus; Sexismus:

9. bell hooks: Rassismus, Sexismus und Klassismus.

10. Gayatri Chakravorty Spivak: Can the subaltern speak?

11. Feminismus und Critical Whiteness Studies (Katharina Röggla, Critical Whiteness Studies).

12. und 13. Zwei Seminartermine bleiben offen zur Vertiefung auf Wunsch der Seminarteilnehmenden.

Kritik und Vorschläge der Teilnehmenden – gern auch Gedichte, Romane, Fotos oder Filme – sind erwünscht. Der Seminarablauf wird zusammen entschieden und kann innerhalb des Semesters aktualisiert und verändert werden.

Lehrende: Dr. Simone Borgstede

Leistungsnachweis: 6 ETCS in Absprache mit der Dozentin, z. B. Gruppenreferat und schriftliche Ausarbeitung von ca. 6 Seiten. Individualisierte Creditpoint-Vergabe ist möglich.

Zeit: Donnerstags von 10.15 -11.45 Uhr, Beginn: Do 4. April 2019

 Ort:  Seminarraum Zentrum GenderWissen, Monetastraße 4, 20146 Hamburg

Anmeldung: Zulassungsbeschränkt für Studierende der Informatik (15 Plätze). Weitere Studierende der UHH melden sich bitte über Informatik und STiNE an. Studierende anderer Fächer und Hochschulen melden sich bitte bei Dagmar Filter, Zentrum GenderWissen. dagmar.filter@uni-hamburg.de

 

Ausschreibung Lehraufträge für das SoSe 2018 und WiSe 2018/19

„Intersektionalität und Diversity – Theoriegeschichte und aktuelle Debatten“

Die „Gemeinsame Kommission Gender und Diversity“ hat sich das Ziel gesetzt, in Hamburg die Themen Intersektionalität und Diversity in der universitären Lehre aktiv zu fördern. Dazu wird seit dem Wintersemester 2011/12 ein „Zertifikat Diversity und Intersektionalität“ angeboten. In diesem Rahmen sind zwei Lehraufträge in zwei aufeinander folgenden Semestern zu vergeben (derzeit pro Lehrauftrag 1250 €). Die beiden Seminare sollen in die Theoriegeschichten und in Konzepte von Intersektionalität und Diversity einführen und aktuelle Debatten behandeln. Weitere Inhalte können sein: Einblicke in Forschungsmethoden, Einblicke in Praxisfelder von Intersektionalität und Diversity (Antidiskriminierung, Soziale Arbeit etc.). Beide Seminare sollen unabhängig voneinander studierbar sein, sich aber gegenseitig ergänzen.

Inhalte
Intersektionalität und Diversity sind heute wichtige Paradigmen der Gender Studies. Intersektionalität bezeichnet die Verschränkung und Wechselwirkung von verschiedenen Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnissen. Ein wichtiger Ursprung intersektionalen Denkens sind antirassistisch-feministische Debatten um soziale Differenzen zwischen Frauen. Diversity bezeichnet die umfassende Berücksichtigung verschiedener Differenzkategorien im Bereich der Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik. Auch hier steht das Anliegen im Zentrum, adäquate Analyse- und Handlungskonzepte für ein Verständnis der Komplexität von Ausschlüssen und Diskriminierungsformen zu entwickeln. Ebenso wie Gender Studies sind intersektionale und diversity-orientierte Analysen oft transdisziplinär angelegt und behandeln Querschnittsfragen innerhalb fachspezifischer Zugänge und Themensetzungen.

Aufgaben
– Konzeption und Durchführung von zwei Kursen SoSe 2018 u. WiSe 2018/19 für das Zertifikat Diversity und Intersektionalität) (jeweils 28 SWS, ggf. plus Prüfungsleistung) (http://www.zentrum-genderwissen.de/de/zertifikate/zertifikat-intersektionalitaet)
– Organisation der Seminare (Einbindung in das Lehrangebot der Sozialwissenschaften, Raum und Technik, Studierenden- und Notenverwaltung über die Lernplattform STiNE)
– Organisation der Kooperation zwischen dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und der Gemeinsamen Kommission Gender und Diversity Hamburg

Bewerbungen mit Kursbeschreibung und wiss. Werdegang bitte bis zum 23. Februar 2018 an dagmar.filter@uni-hamburg.de
Adresse:
Zentrum GenderWissen
Monetastraße 4, 20146 Hamburg

Ringvorlesung „Diversity“ SoSe 2017

Programm (PDF)

Ringvorlesung: Diversity – Gutes Gefühl, Antidiskriminierungsprogramm, Wettbewerbsorientierung?
Möglichkeiten und Grenzen von Diversity im Kontext der Erziehungswissenschaft

Plakat Ringvorlesung

Die (pädagogische) Thematisierung von sozialer Differenz hat aufgrund der Enttraditionalisierung und Pluralisierung von Lebensweisen, der Ergebnisse der PISA-Studien und auch mit der verstärkten Thematisierung von Normen und Ausschlüssen seit Ende der 90er Jahre zugenommen. Im Zusammenhang mit der Antidiskriminierungspolitik der EU und dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz gewinnen dabei ursprünglich aus US-amerikanischen Managementstrategien stammende Diversity-Konzepte zunehmend an Bedeutung. Zum einen werden sie zur Umsetzung des Antidiskriminierungsauftrags in Organisationen genutzt und zum anderen gehen sie in erziehungswissenschaftliche Diskurse zu Differenz und Ungleichheit im Kontext von Bildung und Erziehung ein.

Der Begriff Diversity transportiert jedoch eine Reihe von Unbestimmtheiten und Widersprüchen. So ist in Bezug auf die damit angesprochenen Differenzkategorien zumeist ungeklärt, wie ihre Auswahl begründet ist und wie sie sich zueinander und zu gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen verhalten. Des Weiteren liegt aufgrund der Verbindung von Diversity-Ansätzen mit der Organisationsentwicklung großer Konzerne die Frage nah, inwiefern damit Mechanismen institutioneller Ungleichbehandlung und Diskriminierung nachhaltig überwunden werden können.

In der Ringvorlesung steht die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten und Grenzen von Diversity aus Perspektiven der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, der Geschlechter- und Migrationspädagogik, der Schulentwicklungsforschung und Soziologie im Mittelpunkt. Diskutiert wird auch, welche normativen Implikationen Diversity-Ansätze haben und inwiefern Diversity eine pädagogische und politische Form der Kritik darstellen kann. Geplant ist, Seminar und Ringvorlesung im Sommersemester 2018 mit veränderter Schwerpunktsetzung fortzusetzen.

Ort und Zeit: Dienstags von 18:00 bis 20:00 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal, Von-Melle-Park 8

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Sitzung 3: 18.4.2017

18-20h

Vortrag Prof. Dr. Martin Lücke (Didaktik der Geschichte; Friedrich-Meinecke-Institut, Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin): Diversity und die Professionalisierung von Lehrkräften – das Beispiel von Lehramtsstudierenden im Fach Geschichte“
Sitzung 6: 9.5.2017

18-20h

Vortrag: Prof. Dr. Mechtild Gomolla (Erziehungswissenschaft, insbesondere interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung; Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut Schmidt Universität Hamburg):Diversitäts- oder gerechtigkeitsorientierte Schulentwicklung? Theoretische Überlegungen und empirische Befunde“.
Sitzung 9: 30.5.2017

18-20h

Vortrag Prof. Dr. Paul Mecheril (Migration und Bildung; Institut für Pädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg): „Sich überlagernde Differenzordnungen. (Migrations-)Pädagogische Anmerkungen“
Sitzung 11: 20.6.2017

18-20h

Vortrag: Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Soziologie der Diversität; Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel): „Diversity zwischen Anti-Diskriminierung und Management. Vorschlag für ein antikategorial-queeres Vielfaltsverständnis“
Sitzung 14: 11.7.2017

18-20h

Vortrag: Dr. des. Tobias Buchner (Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien; queraum – Forschungseinrichtung für Kultur- und Sozialforschung): „Inklusion als Diversität der Fähigkeiten? Überlegungen zu Dis/Ability, Schule und Befähigung“

 

Gefördert aus Mitteln des Gleichstellungsfonds der Fakultät für Erziehungswissenschaft.

Koordination: Dr. Bettina Kleiner.

Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ SoSe 2017

Programm (PDF)

Und hier im Einzelnen:

JENSEITS DER GESCHLECHTERGRENZEN im SOMMERSEMESTER 2017
ZEIT: 19.04.2017 – 05.07.2017, mittwochs, 19 – 21 Uhr,
ORT: Raum 0079, Von-Melle-Park 5 (WiwiBunker)

Die Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ setzt sich mit (hetero-)sexistischen gesellschaftlichen, aber auch in der Wissenschaft (re)produzierten Hierarchisierungen, Normierungen und Ausgrenzungen auseinander. Dementsprechend geht es dabei nicht nur um queere Theorie und Forschung, sondern auch um Möglichkeiten des politischen Handelns. In unserer Reihe ist gerade die Beschäftigung mit der Simultanität gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse stärker in den Vordergrund gerückt. Themen wie Rassismus und Dis/ability spielen deshalb für unseren Begriff einer queeren Vorlesungsreihe eine große Rolle. Gerne laden wir auch Aktivist*innen und Künsterler*innen ein, um den Blick über den Uni-Horizont hinaus zu erweitern.
Die Vorlesungsreihe bietet ein breites und interdisziplinäres Spektrum an Themen und richtet sich ausdrücklich auch an außeruniversitäre Zuhörer*innen.
„Jenseits der Geschlechtergrenzen“ wird organisiert von der AG Queer Studies,
Aktuelles und Ankündigungen auf unserem Blog http://agqueerstudies.de/

JENSEITS DER GESCHLECHTERGRENZEN
IM SOMMERSEMESTER 2017

19.04.2017
Macht im öffentlichen Raum – ein feministischer Blick auf Überwachung
Jasna Strick, Autorin, Bloggerin, Mit-Initiatorin von #aufschrei, Berlin

26.04.2017
Feminismus in Deutschland, 2017. Ein Einwanderungsland.
Kübra Gümüşay,Autorin &Aktivistin

03.05.2017
LGBT-Bewegung im modernen Russland & Queere Flucht aus den Ländern der ehemaligen UdSSR
Wanja Kilber, Vorstandsvorsitzender von Quarteera e.V., Hamburg

10.05.2017
Colors of Feminism
Dr. Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin, akademischeAktivistin, Berlin

17.05.2017
Hetero-Ehe: eine queer-feministische Einführung
Steff Bentrup, Diplom-Soziologin, Bibliotheksbeschäftigte FU Berlin, Hamburg

31.05.2017
Von der friedfertigenAntisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin Dr. Ljiljana Radonić, Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften/ÖsterreichischeAkademie derWissenschaften,Wien

14.06.2017
DerWille zum Nein.Wie die deutsche Rechtsprechung Betroffenen sexueller Gewalt einen selbstbestimm- ten Subjektstatus verweigert hat
DaniaAlasti, MAPhilosophie,Autorin, Hamburg

21.06.
WoMANtís RANDom
WoMANtís RANDom, media-akrobat*_in, geschichtenerzählende, über_setzende person, buchillustrator_+in, poeT*_in im herzen und arbeitet intersektional zu familie, mehrfachdiskriminierungen sowie sprachpraktiken

28.06.
„Ausgespielt? Feministische Zielsetzungen in derMigrationsgesellschaft und antimuslimischer Rassismus“
Dr.Meltem Kulaçatan, Politologin/Religionspädagogin (Islam), wissenschaftlicheMitarbeiterin an der Goethe- Universität Frankfurt

05.07.2017
Migrationsbedingt behindert
Dr. Donja Amirpur, Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene an der TU Köln

Koordination:
Prof. Dr.Marianne Pieper, Hamburg,
organisiert von der AG Queer Studies, Hamburg
Mit besonderem Dank an das Zentrum GenderWissen!